Definition und Überblick über die wichtigsten Arten von Estrich/Estricharten
Definition von Estrich
Estrich ist ein auf einem festen Untergrund oder einer zwischenliegenden Trenn- oder Dämmschicht hergestelltes Bauteil, welches mittelbar nutzfähig ist, oder mit einem Belag ggf. ‚Frisch-in-Frisch‘ versehen werden kann.“ Hergestellt werden Estriche aus körnigen oder flüssigen Materialien, wie zum Beispiel ein Fließestrich, die nach dem Aufbringen auf die Unterkonstruktion geglättet werden. Die Estrichleger sprechen von abgezogen oder ggf. geglättet oder abgerieben. Estriche benötigen je nach Material eine bestimmte Zeit zum Erhärten.
Der Estrich findet sich oberhalb der tragenden Geschossdecke beziehungsweise der Bodenplatte und unterhalb des Bodenbelags.
Arten von Estrich / Estricharten
Zementestrich
Der Zementestrich ist der bekannteste aller Estriche. Er wird CT (Cementitious screed) genannt. Er besteht aus Zement, Sand und Wasser. Was den CT so beliebt macht, ist seine Beständigkeit gegenüber Wasser nach Aushärtung. Aber er hat auch einen Nachteil und das ist sein Verhalten auf Dämmung oder die Trennlage. Beim Erhärten können sich in Folge der Hydratisierung bzw. Hydration Risse bilden, die man nicht verhindern kann. Daher ist wird unbedingt empfohlen, die Verlegung von Zemenestrich auf 36 m² zu begrenzen.
Gussasphaltestrich
Der Gussasphaltestrich (AS) ist ein hohlraumfreies und dichtes Gemisch aus Steinmehl, Sand, Split und Bitumen. Dieser wird in Mischanlagen nach einer vorher festgelegten Rezeptur fertig gemischt werden und in Rührwerkskochern zur Baustelle gebracht. Die Härteklasse wird bereits in der Mischanlage bestimmt und verändert sich anschließend nicht mehr.
Der AS ist beim Einbau gieß- und streichbar und muss nicht verdichtet werden. Er eignet sich besonders gut für die Altbausanierung. Er sollte nur im Innenbereich direkt mit Fliesen belegt werden, da er ein Thermoplast ist.
Kunstharzestrich
Dieser Estrich ist nach etwa 8 Stunden bereits begehbar und kann nach 24 Stunden Aushärtung beispielsweise mit Fliesen belegt werden. Die lange Aushärtungsphase entfällt hier. Dieser verhältnismäßig teure Untergrund wird aber nur in Sonderfällen verwendet, zum Beispiel wenn man kurze Trocknungszeiten benötigt.
Calciumsulfatestrich
Der CA (calcium sulfate screed) Fließestrich eignet sich ideal bei Fußbodenheizungen, da die Heizrohre komplett umschlossen werden und sich ein nur sehr kleiner Luftporenanteil bildet. Die Heizung reagiert somit schneller und mit weniger Wärmeverlust.
Magnesitestrich
Der Magnesitestrich ist in vielen Altbauten zu finden. Das Magnesia benutzen z.B. Turner als "Trockenmittel" für die Hände. Magnesitestrich ist leicht einzufärben und wird oft mit Holzmehl vermischt.